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Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel - Rahmenvorgaben 2018 vereinbart

12.10.2017 - Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 3,2 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt haben. Für den Heilmittelbereich ergibt sich ein Plus von 3,9 Prozent.

Das für Arzneimittel in 2018 bereitstehende Ausgabenvolumen erhöht sich demnach um rund 1,2 Milliarden Euro. Grund für die Steigerung sind vor allem Ausgaben für neuartige Arzneimittel – zum Beispiel auch gegen Krebs. Im Vergleich zu früher erfolgt gerade die Behandlung von onkologischen Patienten vermehrt ambulant, was zu höheren Arzneimittelausgaben in den Praxen führt. Kostensteigernd wirkt sich zudem die Verordnungsfähigkeit von Cannabis aus.

Grundlage für Innovationen

Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister bezeichnete das Ergebnis als akzeptabel. „Wir schaffen damit eine Grundlage dafür, dass Patienten mit medizinisch sinnvollen Innovationen versorgt werden können“, betonte er.

Weitere Verhandlungen auf Landesebene

Die Rahmenvorgaben bilden die Basis für die regionalen Verhandlungen zu den Ausgabenvolumina, die die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit den Krankenkassen vor Ort führen. Sie umfassen verschiedene Anpassungsfaktoren wie Preisentwicklung und Innovationen, die Einfluss auf die Ausgabenentwicklung haben. Weitere Faktoren wie Alter und Anzahl der Versicherten werden bei den Verhandlungen auf regionaler Ebene berücksichtigt.

Steigerung auch bei den Heilmitteln

Auch bei den Heilmitteln gehen KBV und GKV-Spitzenverband im kommenden Jahr von höheren Ausgaben aus. Die vereinbarte Steigerung von 3,9 Prozent entspricht etwa 230 Millionen Euro. Dabei wurde die zum 1. Januar 2018 vorgesehene Einführung der Ernährungstherapie als neues Heilmittel berücksichtigt.

Zudem wird davon ausgegangen, dass die Modellvorhaben zur sogenannten Blankoverordnung zu Mehrausgaben führen werden. Da eine entsprechende gesetzliche Regelung bislang fehlt, ist unklar, ob und wie diese aus dem vertragsärztlichen Ausgabenvolumen herausgerechnet werden.

Wie im Arzneimittelbereich gilt auch hier, dass zusätzliche Faktoren regional zwischen den KVen und den Krankenkassen verhandelt werden. Hierzu zählen insbesondere die Entwicklung der Zahl und Altersstruktur der Versicherten sowie die Veränderung der Heilmittelpreise.

Die bundesweiten Rahmenvorgaben 2018 im Überblick

Arzneimittel: Regionale und bundesweite Anpassungsfaktoren

Bei den bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren haben KBV und GKV-Spitzenverband für 2018 eine Steigerung von insgesamt 3,2 Prozent vereinbart. Das entspricht rund 1,2 Milliarden Euro. Einzelfaktoren wie Alter und Anzahl der Versicherten verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen auf regionaler Ebene.

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens sind zu berücksichtigen:

Anpassungsfaktoren Festlegung
1. Zahl und Altersstruktur der Versicherten regional
2. Preisentwicklung - 0,1 %
3. gesetzliche Leistungspflicht 0 %
4. Richtlinien Bundesausschuss 0 %
5. Einsatz innovativer Arzneimittel + 2,9 %
6. Zielvereinbarungen, indikationsbezogen regional
7. Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen + 0,4 %
8. Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen regional
Anpassung von 2017 nach 2018 + 3,2 %

 

Heilmittel: Regionale und bundesweite Anpassungsfaktoren

Wie in den Vorjahren haben KBV und GKV-Spitzenverband auch für das Jahr 2018 darauf verzichtet, die bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren einzeln zu bewerten und auszuweisen. Für diese bundesweiten Faktoren wurde insgesamt eine Steigerung von 3,9 Prozent ausgewiesen, was etwa 230 Millionen Euro entspricht.

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens sind zu berücksichtigen:

Anpassungsfaktoren Festlegung 
1. Zahl und Altersstruktur der Versicherten regional
2. Preisentwicklung regional
3. gesetzliche Leistungspflicht bundesweit
4. Richtlinien Bundesausschuss bundesweit
5. Einsatz innovativer Heilmittel bundesweit
6. Zielvereinbarungen, indikationsbezogen regional
7. Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen bundesweit
8. Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen regional
Anpassung von 2017 nach 2018 + 3,9 %

 

Zum Hintergrund der Rahmenvorgaben

KBV und GKV-Spitzenverband vereinbaren jährlich Rahmenvorgaben für Arznei- und Heilmittel. Diese Vorgaben sind bei den regionalen Verhandlungen zu den Ausgabenvolumina zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen zu berücksichtigen. Grundlage für die Verhandlungen bilden verschiedene Anpassungsfaktoren, die Einfluss auf die Ausgabenentwicklung haben. Dabei wird über ein Teil der Faktoren auf Bundesebene und über einen Teil auf Landesebene verhandelt.

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